Bedarfsermittlung am Beispiel STROKE OWL

Panel 6: Forschung und Projekte

Der Mensch steht im Mittelpunkt – heißt es in der öffentlichen Diskussion. Der Patient mit seinen Bedürfnissen soll im Zentrum der Versorgung stehen und in seiner Selbstbestimmung gestärkt werden. Die Realität zeichnet sich jedoch aus durch ein eher angebotsinduziertes, interessengeleitetes und bürokratisches System, welches zudem durch die vielen verschiedenen Leistungsangebote und die unterschiedlichen Sozialgesetzgebungen unübersichtlich ist. In einer immer komplexer und älter werdenden Gesellschaft mit zunehmenden Multimorbiditäten, kommt der Bedarfsermittlung in diesem Kontext eine immer größer werdende Bedeutung zu. Die zentrale Rolle der Bedarfserhebung soll in diesem Panel am Beispiel des Modellprojektes STROKE OWL der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe näher beleuchtet werden. Hierbei stellen Schlaganfall-Lotsen durch ein konsequentes Case- und Care-Management eine optimale, patientenzentrierte Versorgung der Betroffenen sicher. Das Projekt STROKE OWL will bis 2020 in der Region Ostwestfalen-Lippe den Beweis antreten, dass ein Case-Management-System mit Schlaganfall-Lotsen nicht nur die Lebensqualität der betreuten Patienten erhöht, sondern sich auch präventiv die Zahl der Rezidive reduzieren lässt. Diese Sekundärprävention soll sich darüber hinaus auch gesundheitsökonomisch positiv auswirken. Es wird aufgezeigt, wie in dem Modellprojekt die Anforderungen an eine ICF-basierten Bedarfsermittlung konzipiert und angewendet werden. Die Möglichkeiten und Grenzen der praktischen Umsetzung werden vorgestellt und mit den Panelteilnehmerinnen diskutiert.

 

Anke Siebdrat, M.A.

Anke Siebdrat ist Gesundheitswissenschaftlerin (M.A) und Case Managementausbilderin (DGCC). Sie arbeitet für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und ist zuständig für die fachliche Beratung im Projekt STROKE OWL und für die überregionalen Projekte.

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